Guide zur Digitalen Wirkungsmessung in Nachhaltigen Organisationen

Wirkung. Dieses Thema kann für viele, die in der Welt der Gemeinnützigkeit und Nachhaltigkeit tätig sind, schnell überwältigend sein. Es gibt verschiedene Ansätze, nach welchen man definieren kann, wie eine Organisation die Welt beeinflusst. Wir haben hier einige der wichtigsten Ressourcen für Sie zusammengestellt, um Ihnen dabei zu helfen, die folgende Frage zu beantworten:

Wie misst man die Wirkung einer gemeinnützigen Organisation?

Bei dieser Frage sind zwei kritische Punkte zu berücksichtigen: das Was und das Wie.

  • Was versuchen wir in der Welt zu ändern? (Warum gibt es uns?)
  • Wie machen wir das?
  • Wie können wir diese Veränderung messen?

 

Aber warum ist das überhaupt wichtig?

Die Tatsache, dass Sie diesen Artikel hier gerade lesen, bedeutet wahrscheinlich, dass Sie genau diese Frage versuchen zu beantworten. Zu wissen, welche Wirkung man tatsächlich erreicht hat ist nicht nur für die Organisation (und ihre Mitarbeiter) wichtig, sondern auch für die Freiwilligen, Spender und Stiftungen, die Zeit und Geld in Ihre Sache investieren. Sich darauf zu verlassen, dass alleine die Tatsache, dass Sie versuchen etwas Gutes zu tun und anderen Menschen zu helfen, reicht, ist meist nicht gut genug, um auch tatsächlich nachhaltig WIrkung zu erzielen.
Trotz allerbester Absichten sieht es in vielen Organisationen nämlich oftmals anders aus: Man legt voller Tatendrang sofort los und fängt an, erstmal ohne klar definiertes Ziel einfach drauf loszulaufen. Je schneller Sie aber in die falsche Richtung laufen, desto weiter können Sie von Ihrem eigentlichen Kurs abkommen und schlimmer noch, vielleicht sogar der Sache abträglich sein.
 

Ein Social Impact Framework – Unser Ansatz zur Wirkungsmessung

Wir haben versucht, Ihnen einen Kompass zu erstellen, damit Sie gleich von Anfang an in die richtige Richtung gehen können. Dazu haben wir unseren Ansatz in verschiedene Bereiche aufgeteilt, die die Strategie der Organisation bis hin zur Wirkungsmessung abdecken sollen und als Anwendungsansatz die „Theory of Change“ verwendet. Die folgende Aufgliederung soll dazu dienen, einen Überblick über die Fragen zu erstellen, die in vielen der üblich verwendeten Non-Profit-Planungsdokumenten in aller Ausführlichkeit dargelegt werden. Versuchen Sie mit Ihrem Team alle Fragen in den drei Bereichen zu beantworten:

1. Zweck und Absicht
Bestimmen Sie den Zweck Ihrer Organisation.

  • Was ist das langfristige Ziel?
  • Welches gesellschaftliche Bedürfnis hat die Gründung Ihrer Organisation vorangetrieben?
  • Was müsste passieren, damit Sie nicht mehr gebraucht werden?

Definieren Sie die beabsichtigte Wirkung, je spezifischer, desto besser.

  • Wer profitiert von Ihrer Organisation? Definieren Sie Ihre Zielgruppe.
  • Wie definieren Sie Erfolg in Ihrer Organisation?
  • Wie sieht Erfolg für Ihre Organisation aus?

 
2. Definieren Sie Ergebnisse und Indikatoren
Identifizieren Sie die Ergebnisse, die Ihre Wirkung deutlich machen.

  • Welche spezifischen Änderungen und Ergebnisse werden den oben beschriebenen Erfolg zeigen?
  • Beschreiben Sie für Sie wichtige Wirkungsindikatoren (KPIs)
  • Welche Indikatoren können Sie verwenden, um diese spezifischen Änderungen zu messen?

Erstellen Sie Wirkungsindikatoren, die Folgendes sind:

  • Spezifisch
  • Messbar
  • Verständlich
  • Relevant
  • Zeit gebunden
  • Gültig
  • Umsetzbar

 
3. Messen Sie Ihre Indikatoren über einen längeren Zeitraum hinweg
Wählen Sie eine (oder mehrere) Methode(n) aus, mit der Sie jeden Ihrer Indikatoren verfolgen möchten. Unabhängig von der Art der Indikatoren sollten Sie sicherstellen, dass die Ergebnisse in einer Datenbank gespeichert und gepflegt werden und dass Sie ausreichend Ressourcen zur Verfügung haben, um diese Daten entsprechend analysieren zu können. Idealerweise gibt es hierfür jemanden in Ihrer Organisation, der dafür verantwortlich ist – am besten einen Datenanalysten.
Bei der Methodikauswahl können Sie unter anderem unter folgenden Methoden auswählen:

  • qualitativ (wie gut), quantitativ (wie viele)
  • randomisierte Studie, doppelblinde Längsschnittuntersuchung
  • Websitemessungen via Google Analytics

Wie oft messen Sie jeden Indikator?

  • täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich

 

Frameworks sind ja ganz nett, aber was mache ich jetzt damit?

Damit Frameworks hilfreich sein können, müssen Sie diese natürlich erst einmal in Ihrer Organisation einführen. Dazu können Sie entweder auf die Hilfe einer Agentur zurückgreifen oder diesen Prozess einfach selbst durchführen. Um den Status Quo Ihrer Organisation zu erfassen und die obigen drei Bereiche abzudecken, kann der nachstehend erläuterte Ansatz gut als Startpunkt verwendet werden:

  • Machen Sie eine Umfrage. Als ersten Schritt können Sie diesen Non-Profit-Fragebogen an Mitarbeiter und andere relevante Interessengruppen senden, um herauszufinden, wie Ihre Organisation wahrgenommen und definiert wird.
  • Synthese. Sammeln Sie die Antworten und werten Sie diese aus. Sie werden überrascht sein, was dabei herauskommen kann! Fassen Sie die Antworten zusammen und halten Sie fest, wo Übereinstimmungen vorhanden sind und wo Sie Abweichungen finden können. Beispiel: Sind die Befragten der Meinung, dass Sie lieber viel Zeit mit weniger Menschen verbringen sollten oder weniger Zeit mit vielen Menschen? Diese Auswertung kann Ihnen dabei helfen Verwirrungspunkte zu identifizieren und Klarheit zu schaffen.
  • Deliberation und Definition. Hierzu sollte man sich Zeit nehmen und die Umfrageergebnisse ausführlich in einem Workshop oder ähnlichem Format besprechen. Ziel sollte dabei sein, dass für jede Frage die vorher unterschiedliche Antworten hervorbrachte, eine einzig mögliche Antwort definiert wird, um so einen gemeinsamen Konsens aufzubauen.
  • Anwendung. Nachdem Sie sich nun im Klaren darüber sind, wofür Ihre Organisation steht, was Ihre beabsichtigte Wirkung ist und wie Sie diese messen wollen, fehlt jetzt natürlich noch der Actionplan! Hierbei stellt sich die Frage, wie Sie Ihre langfristigen Ziele mit Ihren täglichen Aktivitäten in Zusammenhang bringen können. Wir nutzen hierzu die „Theory of Change“.

 

Die „Theory of Change“

Die Theory of Change ist ein anerkannter und geförderter Ansatz und beschreibt ein Wirkungsmodell, das einen systematischen Projektplanungsprozess zur Wirkungsmessung bereitstellt. Weil diese Theorie anderorts schon relativ weit verbreitet ist, wollen wir hier einen kurzen Leitfaden bereitstellen, der dabei helfen soll die Theorie in Ihre Planung miteinzubauen. Ziel ist es, ein Dokument zu erstellen, das einen Zusammenhang zwischen Ihren langfristigen Ergebnissen und Ihren täglichen Aktivitäten darstellt.
Eine gute Theory of Change sollte die folgenden Fragen beantworten:

  • Welche Zielgruppe wollen Sie erreichen und helfen?
  • Was sind die kurz- und langfristigen Ergebnisse?
  • Wann werden diese Ergebnisse erreicht?
  • Wie werden diese Ergebnisse erreicht?
    • Details zu den Aktivitäten und Strategien, die verwendet werden.
    • Vermerken Sie, ob zusätzliche Ressourcen oder Teammitglieder benötigt werden.
  • In welcher Umgebung und in welchem Kontext wird diese Arbeit stattfinden?
  • Warum funktioniert dieser Ansatz?
    • Bestätigen Sie die im Modell gemachten Annahmen
    • Externe Recherche – Finden Sie verwandte Forschungsansätze, die Ihren eigenen Ansatz unterstützen können.

 
Leider werden Planungsdokumente oftmals zwar erstellt, dann aber zur Seite gelegt und in den Aktenschrank verbannt. Auch wenn selbst die einmalige Durchführung dieses Prozesses schon hilfreich sein kann, hilft es aber natürlich langfristig nichts, wenn man nicht ab und an seine Wirkung bemisst und prüft, ob man seinem ursprünglichen Ziel schon etwas näher gekommen ist. Aus diesem Grund haben wir aus der Theory of Change eine umsetzbare und handlungsunterstützende Digital Impact Map erstellt. Um gleich loslegen zu können, nutzen Sie gerne unsere Digital Impact Map – Vorlage und lassen Sie sich von unserer eigenen Map oder der unseres Kunden Power Poetry inspirieren.

Mit diesem Artikel wollen wir versuchen, jeder wachsenden Non-Profit-Organisation dabei zu helfen, ihre digitale Wirkung zu hinterfragen und messen zu lernen. Betrachten Sie es als kleine Einführung in das Thema Social und Digital Impact, die hoffentlich tieferes Denken, Planen und Handeln in Ihrer Organisation anstoßen wird.
 
(Dieserd Artikel wurde ursprünglich von George Weiner verfasst und aus dem Englischen übersetzt und adaptiert.)